Zentangle – Entspannter Kritzelspaß

Zentangle - krakeluere.de

Bestimmt habt ihr schon mal von Zentangle gehört oder euch sind Bücher zu diesem Thema im Buch- oder Zeitschriftenladen begegnet. Ich selbst hab vor einigen Jahren am Rande davon gehört und es ziemlich schnell als neuen Trend abgetan, der mich nicht sonderlich reizte. Vor einigen Wochen aber fragte mich eine Freundin, ob ich schon mal Zentangle probiert hätte und ich fand auch etwa zu dieser Zeit einen ganzen Tisch mit Büchern, Zeitschriften und Heftchen zu diesem Thema im Buchladen. Und da ich Zeit hatte, blätterte ich durch ein paar Bücher und war plötzlich gar nicht mehr so abgeneigt. Zunächst kaufte ich nichts, wurde den Gedanken daran aber nicht mehr los. Ich habe immer gerne gezeichnet und versuche dauernd, das in meinen Alltag einzubinden, was mir mal mehr und meistens eher weniger gelingt.

Einmal angefixt schnappte ich mir Zeichenblock und einen schwarzen Fineliner und fing einfach an. Ich dachte nicht weiter nach, zeichnete drauf los und kombinierte Muster, die mir in den Sinn kamen. Das Ganze machte mir dann solchen Spaß, dass ich viele Tage hintereinander zeichnete und dadurch wirklich gut abschalten konnte!

Was ist Zentangle?

Über Zentangle ist bereits viel geschrieben worden. Deshalb beschränke ich mich nun auf einige wenige Fakten und darauf, was es für mich bedeutet.

Zentangle ist eine Form des meditativen Zeichnens, die in den USA entwickelt wurde. „Zen“ steht dabei für den meditativen Aspekt und „tangle“ bedeutet „Durcheinander“, „Gewirr“ oder „Wirrwarr“. Es geht beim Zentangle darum, durch das Zeichnen von Mustern und intuitiven Formen zu entspannen. Dabei kommt es nicht auf das Ergebnis an, nur auf den Prozess. Zentangle soll helfen zu entspannen und abzuschalten, im gegenwärtigen Augenblick präsent zu sein ohne an das fertige Resultat zu denken. Da diese Zeichentechnik nicht ergebnisorientiert ist, ist die fertige Zeichnung – die unter Umständen sehr hübsch aussehen kann – eher ein Nebeneffekt. Für viele ist es sicher etwas ungewohnt, bei einer Handlung – und sei es nur ein Hobby – nicht an das Ergebnis zu denken, sich keine Vorstellungen über das Endprodukt zu machen. Ähnlich wie bei der Meditation ist der zentrale Aspekt beim Zentangle die Absichtslosigkeit. Ohne Druck und besondere Erwartungen zu zeichnen nimmt einem auch die Angst davor, den ersten Strich zu machen. Gedanken wie „was, wenn es hässlich wird und am Ende nicht so aussieht wie ich es mir vorgestellt habe?!“ sind irrelevant.

Das Allerwichtigste beim Zentangle ist, dass es SPAß macht! Wenn ihr Spaß daran habt, werdet ihr merken, dass ihr ganz und gar in dieser Tätigkeit versinken könnt – und das ist ein wirklich entspannendes und gutes Gefühl. 🙂

Zentangle lässt sich relativ gut in den Alltag integrieren. Einerseits weil man nicht viel Zeit dafür braucht und auch mal zwischendurch etwas kritzeln kann und andererseits weil ihr eigentlich nicht mehr als einen Fineliner und einen Zeichenblock dafür braucht. Je öfter man zeichnet, desto öfter und schneller erreicht man einen Zustand der Ruhe und Entspannung.

In einigen Büchern und Blogs findet man recht genaue Anleitungen und Richtlinien. Ich selbst bin kein großer Fan davon weil Zentangle für mich gerade bedeutet, einfach zu zeichnen, sich weder um Anleitungen noch Ergebnisse zu kümmern. Und ich denke, dass man sich viel zu viele Beschränkungen auferlegt, wenn man zu sehr an den Richtlinien andere festhält. Kategorien wie „richtig“ oder „falsch“ gibt es nicht. 😉

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Schwierigkeitsgrad: super einfach 😉

Zeit: solange ihr euch dafür Zeit nehmt (ich kritzel meistens so ungefähr eine halbe Stunde, aber das spielt eigentlich keine Rolle)

Material:
Skizzenblock oder -buch (ich benutze 20 x 20 cm, 190 g/m²)
Fineliner (Stärke 0,4 eignet sich sehr gut)
(Edding)

Anleitung:

Wie bereits angedeutet, gibt es dieses Mal keine Anleitung. Denn ihr braucht gar keine. 😉 Mein Tipp: Sucht euch eine ruhige Ecke, in der ihr euch richtig wohl fühlt, schnappt euch einen Zeichenblock und einen schwarzen Stift und dann fangt einfach an… 🙂 Ich beginne meist mit einer dickeren schwarzen Linie, die ich mit einem Edding zeichne und ordne die Muster dann darum herum an. Aber das ist natürlich nur eine Variante. Probiert einfach ein bisschen herum, welche Methode euch am besten zusagt. Jeder entwickelt beim Zentangle unweigerlich seinen eigenen Stil 😉

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Inspiration

Wenn ihr auf der Suche nach Anregungen seid oder euch einfach mal angucken wollt, was andere so zeichnen, dann schaut doch mal bei Pinterest vorbei. Dort findet ihr neben fertigen Zentangles auch viele wirklich tolle Schritt-für-Schritt-Anleitungen für neue Muster. Auch auf Instagram posten viele ihre wundervollen Zeichnungen (#zentangle, #zendoodle).

Und wenn ihr etwas traditionellere Medien bevorzugt, kann ich euch folgende Bücher und Heftchen ans Herz legen:

  • 1 x täglich Zentangle. Die 6-Wochen-Kur für kreatives Zeichnen von Beckah Krahula; Edition Michale Fischer (2015), 128 Seiten – 14,99 Euro
  • Fantastische Tierwelt. Ein Ausmalbuch zum Entspannen von Millie Marotta; Christophorus Verlag (2015), 96 Seiten – 9,99 Euro
  • Inspiration Weltreise (Ausmalbuch für Erwachsene): 50 Motive aus aller Welt kolorieren; Edition Michael Fischer (2015), 64 Seiten – 4,99 Euro
  • Zen Inspiration (Ausmalbuch für Erwachsene): 50 Mandalas und Ornamente kolorieren; Edition Michael Fischer (2015), 64 Seiten – 4,99 Euro

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Zentangle - krakeluere.de (2)Ich hoffe sehr, ich konnte euch ein bisschen inspirieren 🙂 und vielleicht habt ihr ja nun auch Lust, den Fineliner rauszuholen und euch ins Musterwirrwarr zu stürzen. Würde mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Erfahrungen mit Zentangle mitteilt oder mir ein paar eurer Werke schickt!

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